Samstag, 3. März 2018

Rezension: "Was bleibt, sind Schatten", Jules Melony



Inhalt/Meinung

„Was bleibt, sind Schatten“ ist der Debütroman von Jules Melony. Die Autorin versteht es, ihre Leser vorab richtig scharf auf die Geschichte zu machen und so war ich wirklich gespannt auf die Story von Skye und Nate.

Skye ist eine junge Frau, die als Frischling bei der Polizei arbeitet und zusammen mit ihrer besten Freundin ein kleines Büro teilt, in dem sie wegen lauter Papierkram vor Langeweile eingehen. Durch einige unerwartete Umstände bekommen die beiden eine Chance, sich zu beweisen und Skye muss schmerzhaft lernen, dass nicht jede Dunkelheit nur dunkel ist. Sie lernt, dass dort wo Schatten sind, auch immer etwas Licht ist. Man muss es nur suchen.

Skye ist eine junge, taffe Frau, die trotz allem hin und wieder noch sehr unsicher in ihrem Verhalten ist. Einerseits will sie beweisen, dass sie sehr wohl schon alleine auf Streife gehen kann, andererseits weiß sie die Sicherheit ihres Büros durchaus zu schätzen. Sie ist innerlich hin und her gerissen zwischen Abenteuer und Schutz und ich denke, dass sie dadurch zu viel denkt und auch viel zerdenkt. Sie sieht Probleme, wo keine sind und durch ihre unsichere Denkweise schafft sie manchmal Probleme, wo vorher gar keine gewesen waren oder wo ein einfaches kurzes Gespräch gereicht hätte. Ich mochte ihre Art, offen für andere Menschen und deren Leben zu sein. Skye gibt jedem eine Chance, egal wie lange sie braucht um zu dieser Person durchzudringen. Es dauert sehr lange, bis Skye wirklich sauer ist und ihre Gefühle mit ihr durchgehen. Aber wenn, dann ist alles um sie herum egal, dann muss die Wut und Enttäuschung raus. Und das vielleicht hin und wieder in den faschen Augenblicken.
Ich glaube, dass es Skye gut getan hätte, sich ein bisschen auf die Situation zu konzentrieren um manchmal einfach nicht ganz so impulsiv zu handeln.

Nate war ganz anders. Am Anfang macht er den typischen Bad Boy her und war geheimnisvoll bis hin zu unfreundlich, aber sobald er es zuließ, dass man einen Blick hinter seine Fassade werfen kann, merkt man sehr schnell, dass viel mehr in Nate steckt. Er tut nichts, ohne Grund und überlegt sich alles sehr gut. Ich mochte seine Art eigentlich sehr gern, auch wenn mir klar war, dass er viele Geheimnisse vor Skye hat. Aber Nate hat auf mich immer den Eindruck gemacht, dass er niemals etwas tun würde, um ihr zu schaden. Ich finde, dass er wirklich viel Geduld mit Skye zeigt, auch wenn ihr Verhalten mich hin und wieder mit dem Kopf schütteln ließ. Er blieb immer rational und behielt seinen klaren Verstand. Kurz gesagt: Nate war heiß! ^^

Die Geschichte als solche beginnt rasant und behält ihr Tempo, bis auf ein paar ruhige Abschnitte, bei. Die Autorin baut langsam aber sicher Spannung auf und bis zum großen Plottwist wusste ich wirklich nicht, was los war. Okay, ich hatte hier und da eine Vermutung, aber so ganz sicher konnte ich mir nicht sein, denn immer wenn ich dachte, ich bin auf dem richtigen Weg, sagten oder taten die Figuren etwas, womit ich nicht gerechnet hatte.
Der Schreibstil, mit dem die ganze Geschichte erzählt wird, ist sehr bildhaft und führte mich immer tiefer in die Welt von Skye und Nate. Ich sah den See, das Haus und den Wald vor mir. Es fiel mir sehr leicht, mich in den Worten von Jules Melony fallen zu lassen und die Geschichte intensiv mitzuerleben.

Auch wenn ich mit Skyes Art oft meine Probleme hatte, mochte ich die Geschichte sehr gern. Die Chemie zwischen ihr und Nate war mit Händen greifbar und die Zeit, die die beiden gemeinsam verbrachten, war mit das Beste an der ganzen Story. Die beiden gehören zusammen, wissen es aber einfach nicht und lassen ganz schön die Funken sprühen. Ich liebte es, Skye und Nate zu beobachten, wie sie umeinander schleichen und sich ärgern, obwohl sie doch viel lieber was anderes machen wollen.

Das Ende der Geschichte hält viele Überraschungen bereit. Es geht nicht immer um das, was man will. Manchmal hat man eine Aufgabe und wegen der muss man das Leben einfach hinten dran stellen. Vertrauen ist wichtig, aber ohne Grundlage und ohne Ehrlichkeit, ist es sehr schwer, bis hin zu unmöglich. Und dann gibt es die Situationen, in denen man alles über Bord werfen und einfach in den unbekannten See springen muss. Auch wenn man keine Ahnung hat, was im dunklen Wasser auf einen wartet. Aber vielleicht lohnt sich der Sprung ja, denn man kann nie wissen, was auf einen wartet oder was man findet.

Fazit

„Was bleibt, sind Schatten“ ist ein wundervolles Debüt, das vor Funken nur so sprüht. Hitzige Dialoge, facettenreiche Figuren und ein wunderschönes Setting runden das Gesamtbild ab. Skye und Nate als Protagonisten sind gemeinsam einfach Spitze und auch wenn ich mit Skye hin und wieder meine Probleme hatte, hat das der Geschichte als solchen aber nicht geschadet.


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Klappentext

Skyes Mission ist deutlich: Sie soll den Dealer Nate beschatten, überführen und das Lob vom Chef dafür kassieren.
Es hätte so einfach sein können, wenn sie nicht einen entscheidenden Fehler begangen hätte.
Statt sich endlich als Polizistin zu beweisen, muss Skye sich von Nate retten lassen und befindet sich nun auf der Flucht vor der Drogenmafia.
In seinem Versteck liegen jedoch viele Geheimnisse in der Dunkelheit begraben, die die beiden an ihre Grenzen treiben.
Allerdings lernt Skye, dass dort, wo Schatten sind, auch immer etwas Licht ist …











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