Montag, 22. Januar 2018

Rezension: "Lieber jetzt als irgendwann", Lauren Graham



Inhalt/Meinung

Eins meiner absoluten Wunschbücher, von dem Moment an, als ich gesehen habe, dass es dieses Buch gibt. Ich musste es haben, aber irgendwie hat es sich nie ergeben. Bis das Bloggerwichteln kam und im Wichtelpaket dann genau dieses Buch lag. Was habe ich mich gefreut.
Und ich habe auch sofort angefangen, es zu lesen. Das habe ich ewig nicht gemacht. Aktuell liegen die Bücher gut und gerne ein bis zwei Wochen im Regal, bis ich zum lesen komme. Aber hier war das anders! Ich war dermaßen gespannt, was mir dieses Buch zu bieten hat, dass alles andere warten musste!

Ich muss im Vorfeld zugeben, dass ich ein megasupergroßer Gilmore Girls-Fan bin. Ich liebe liebe liebe diese Serie und schaue sie regelmäßig immer wieder an. Nun ist die Figur der Lorelai Gilmore wirklich einzigartig und ihre lockere Art mochte ich sehr. Dieses verquere Denken und verrückt sein, machten sie mir sympathisch.
Wenn diese Schauspielerin dann ein Buch schreibt, muss das doch einfach gut sein, oder? Oder?!

Tja, da lag auch schon das erste Problem. Ich hatte mich so darauf versteift, eine Lorelai Gilmore zu bekommen, dass ich mich kaum auf die Geschichte einlassen konnte. Ich ärgerte mich immer mehr, dass das ja irgendwie alles nicht so war, wie ich mir das vorgestellt hatte. Es dauerte ein wenig, bis ich von dem Gedanken an die Gilmore Girls wegkam, was nicht leicht war, schließlich wird auf dem Buch damit geworben. Marketing, ja schon klar. Aber ich glaube, dass es viele wie mich gibt, die genau von diesem Gedanken kaum bis gar nicht wegkommen und dieses Buch dann einfach nur frustriert in die Ecke legen.

Ich habe mich bemüht, von diesem Gedanken wegzukommen und es hat geklappt! Ich ließ mich auf die Geschichte ein. Vergaß, wer diese geschrieben hat und erlebte ein rasantes Abenteuer mit einer aufstrebenden Schauspielerin, die mit 27 noch immer sich selbst und ihren Weg sucht. Sie kommt immer mal wieder davon ab, erklimmt einige Hügel, nur um zu merken, dass es die falschen waren und verliert dennoch nie den Mut.

Franny Banks ist anstrengend. Jedenfalls zu Anfang. Sie zerdenkt viel, denkt zu viel und oftmals zu schnell. Manchmal konnte ich mit den Vergleichen zu Menschen, Büchern, Filmen und/oder Serien nichts anfangen. Keine Ahnung, ob die alle echt oder erfunden waren, es klärt mich auch am Ende niemand darüber auf. Das war solange nervig, bis ich alle Figuren zu fiktiven Gestalten degradiert habe, dann lief die Geschichte besser. Nach und nach fand ich auch einen Draht zu Franny und ab der Mitte fieberte ich mit ihr mir. Bei jedem Vorsprechen war ich aufgeregt, bei den Witzen konnte ich endlich mitlachen. Das Buch hat einen recht schweren Anfang, aber wenn man erstmal drin ist, dann flutscht es quasi wie von selbst.

Die Geschichte, die hier erzählt wird, könnte jede von uns erleben. Wir haben einen Traum, wissen genau, wie wir ihn erreichen können und machen alles dafür, was in unserer Macht steht. Und dennoch ist es irgendwie immer nicht genug. Irgendwie haben die Leute um uns herum immer mehr erreicht, sind hübscher, klüger und schlanker. Franny versucht auf jeden Zug aufzuspringen und alle Trends mitzumachen um dieses Geheimnis des Erfolgs, das scheinbar alle anderen zu kennen scheinen, herauszufinden und es dauert tatsächlich bis zum Ende hin, bis sie merkt, dass sie es schon lange kennt. Es braucht auch einige derbe Rückschläge, um sie auf den Boden der Tatsachen zu holen und ihr die Augen zu öffnen. Denn nicht immer ist das, was man will, auch das was man braucht. Und nicht immer ist das weit weg, sondern sitzt genau vor der eigenen Nase.

„Lieber jetzt als irgendwann“ ist ein Buch, auf das man sich wirklich mit Haut, Haaren und Herz einlassen muss. Es ist kein Liebesroman. Oder vielleicht doch. Die Liebe zu einem selbst und zu dem was man tut steht im Vordergrund. Integrität. Die Treue zu sich selbst.
Ich begann, die Geschichte nach und nach zu lieben und konnte das Buch kaum aus den Händen legen, bis…

… es vorbei war. Plötzlich. Irgendwie. Noch immer weiß ich nicht, was das für ein Ende sein sollte. Mir entkam ein „Wie bitte?“. Ich blätterte vor, zurück, drehte das Buch um. Nichts. Es endet an einer saublöden Stelle und ich weiß nicht, was die Autorin mir damit sagen will.

Fazit

„Lieber jetzt als irgendwann“ hat ganz viel Potenzial, denn hier und da sind einige kleine rote Fäden, die angefangen, aber nicht beendet wurden. Mag sein, dass sie für den weiteren Weg der Figur irrelevant sind, aber so halb aufgewärmt schmecken sie mir auch nicht. Es dauert, bis man selbst in der Geschichte angekommen ist und Franny ist jemand, der es einem nicht leicht macht, einen Draht zu bekommen.
Außerdem ist das Ende eines der katastrophalsten, das ich je gelesen habe. Schade, denn ab der Mitte ging es echt bergauf.
 

* * *

https://www.fischerverlage.de/buch/lieber_jetzt_als_irgendwann/9783596198443


Klappentext

Franny Banks ist zwar ein bisschen chaotisch, aber vor allem witzig, charmant und klug – eigentlich müsste sie alle ihre Ziele erreichen können:

- Schauspielerin werden
- den Durchbruch schaffen
- Mann fürs Leben finden

Für den Notfall hat sie trotzdem einen Plan B:

- langjährigen Freund Clark heiraten
- Englisch-Lehrerin werden
- in einen Vorort ziehen

Doch ihr „Ultimatum zur Traumverwirklichung“ von drei Jahren läuft bald ab. Als sich herausstellt, dass sogar Plan B geplatzt ist, lautet Frannys Motto deshalb: Lieber jetzt als irgendwann.









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