Montag, 1. Januar 2018

Rezension: "Krähenjagd", Anne Bishop



Inhalt/Meinung

Der zweite Band der „Die Anderen“-Reihe von Anne Bishop. Ich habe lange darauf gewartet, denn ich war von Band 1 schwer begeistert und fragte mich nun die ganze Zeit, ob man so eine Begeisterung überhaupt noch toppen kann, oder ob die Autorin das ganze Pulver quasi in Band 1 schon verschossen hatte. Nun, nachdem ich Band 2 gelesen habe, kann ich euch verraten, dass …. Ich lieber von vorne beginne.^^

+++ ACHTUNG! KANN SPOILER ENTHALTEN +++ ACHTUNG! KANN SPOILER ENTHALTEN +++
Wer Band 1 noch nicht gelesen hat, sollte NICHT weiterlesen!

Die Geschichte setzt ohne große Einleitungsworte genau dort an, wo der erste Band endete. Es gibt eine kurze Einführung, wie die Welt an sich entstanden ist, was es für Wesen gibt und wie die Hierarchie aufgebaut ist und das ist auch gut so, denn davon wusste ich, als ich zu lesen begann, kaum noch was. Also von den Hintergrundinfos. Die Einführung passt also genau und war auch alles andere als langweilig.
In die Geschichte selbst kam ich sehr schnell wieder rein. Bei einigen Figuren musste ich nur kurz überlegen, wer oder was sie sind, aber das lag einzig und allein an dem langen Zeitraum, bis ich Band 2 lesen konnte. Ansonsten sogen mich die Worte von Anne Bishop sofort wieder in den Courtyard der Anderen und ich gesellte mich zu Meg, die versucht ihr Leben als Blutprophetin irgendwie auf die Reihe zu bekommen.

Meg ist noch immer nett, freundlich und stellenweise süß-naiv, aber nie dumm. Sie kennt die Welt einfach nicht, in der sie sich nun zurechtfinden muss, aber sie lernt und begreift sehr schnell. Außerdem muss sie mit Gefühlen klar kommen, die sie vorher noch nie kannte. Meg ist eine junge Frau, die mir von Anfang an sehr sympathisch ist, einfach weil sie niemanden verurteilt. Sie sieht die Situation, wägt alles ab und entscheidet dann. Sie bricht nichts übers Knie oder spricht unbedacht etwas aus. Natürlich liegt das alles daran, dass sie einfach neugierig, nett und lieb ist. Alles, was sie sagt, meint Meg so und Lügen liegt ihr einfach nicht. Meg sieht die Anderen im Courtyard als ihre Familie, als ihre Freunde an und tut alles, um sie zu retten. Schließlich haben diese Wesen, egal welcher Form sie sind, ihr noch nie etwas getan, ganz im Gegenteil. Nachdem Meg mehrmals bewiesen hat, dass sie erstens keine Angst hat und zweitens die Anderen beschützt, sofern das möglich ist, sehen die Anderen Meg als eine der Ihren an und haben sie und ihre Freundinnen als menschliches Rudel akzeptiert. Schreit Meg, warum auch immer, töten die Anderen jeden, der dafür Schuld hat. Allen voran Simon Wolfgard.

Simon Wolfgard, der Anführer des Lakeside Courtyard, in dem die Anderen wohnen, leben und ihren Tag verbringen. Sie gehen in Läden einkaufen, die teilweise auch für Menschen geöffnet sind, und haben dadurch auch Kontakt zu eben diesen. Die Anderen sind die Ur-Erdeinwohner des Kontinents und stehen über den Menschen. Scheinbar vergessen diese das aber manchmal sehr gern und wollen Dinge, die ihnen nicht zustehen. Und dann kommen die Anderen und zerstören ganze Städte. So sind die Regeln, so ist das Gesetzt, seitdem die ersten Menschen auftauchten. Sie sind Beute und ob sie Leben oder nicht, entscheiden die Anderen. Simon denkt weiter. Er sieht durchaus die Möglichkeiten, die die Menschen bringen, allen voran die Dinge die sie herstellen. Er will nicht mit ihnen befreundet sein, aber sieht ihre Daseinsberechtigung solange sie sich an die Regeln halten. Was diesmal aber sehr schwer ist, denn die Menschen nutzen ein Wesen, eine ganz Art einer schrecklichen Schöpfung, für ihre Zwecke aus.
Simon muss einige Kämpfe austragen. Einerseits will er um jeden Preis Meg beschützen. Egal, was es kostet. Andererseits ist er der Anführer des Courtyard und hat für die Anderen, die dort leben, zu sorgen. Es dauert, bis er beides unter einen Hut bekommt, und er muss Entscheidungen treffen, dessen Konsequenzen er noch nicht absehen kann. Simon ist anders, als im ersten Teil. Immer noch hart und immer noch ein Wolf, aber weicher wenn es um Meg geht. Vielleicht sogar menschlicher. Aber nichtsdestotrotz immer noch saugefährlich!

Die Geschichte als solche ist wieder grandios, wenn auch ruhiger als im ersten Band. Die Seiten sind gefestigter, jeder weiß, wo Meg hingehört und auch, wenn sie noch immer in Gefahr ist, geht es langsam vorwärts. Alle versuchen mit der neuen Situation klar zu kommen, denn es ist noch immer seltsam, dass Meg bei den Anderen wohnt und menschliche Freundinnen hat. Außerdem gibt es Menschen, die hinter den Anderen stehen und nun gegen die Vorurteile von ihresgleichen zu kämpfen haben. Die Menschen rebellieren gegen die Gesetzte der Anderen. Viele Kämpfe, viele Tote und viele Intrigen, gegen die es anzugehen gilt.
Ich mag die Welt, die Anne Bishop erschaffen hat sehr gern, auch wenn sie hart und stellenweise gefühlskalt ist. Aber nichts geschieht einfach so, es hat immer einen Grund, wenn die Anderen entscheiden, ihre Gesetzt durchzusetzen und die Menschen daran erinnern, wo ihr Platz ist.

Meg und Simon haben eine lange und gefährliche Reise vor sich, in der sie viel über sich selbst lernen, sowie über das Leben, dass sie jetzt gemeinsam im Courtyard leben müssen. Sie lernen, dass auch wenn sie die Gesetzte machen, die Menschen Dinge vor ihnen verstecken und anfangen aufzubegehren. Die Anderen merken, dass die Zeiten sich verändern, allen voran Simon und Meg. Nur ist unklar, in welche Richtung die Entwicklung geht.
Band 2 konnte mich ebenfalls begeistern, aber eben auf eine ganze andere Art. Die Geschichte wird runder, die Figuren tiefer. Die Welt wird größer, zeigt mehr von sich und lässt dafür neue Handlungsstränge frei.

Auch die Schreibweise, die Anne Bishop an den Tag legt, riss mich wieder mit sich. Ich glaube, dass die Schreibe nicht jedem zusagen wird, denn sie ist oftmals kühl und distanziert. Aber dadurch erlangen die Szenen und die Geschichte viel mehr Eindringlichkeit, denn man bekommt nicht gesagt, wie sich eine Figur fühlt. Aber sie passt in die Welt von den Anderen. Beides passt einfach perfekt zusammen.

 

Fazit

„Krähenjagd“ ist ein ganz grandioser zweiter Teil und konnte mich auf seine eigene Art wieder begeistern. Es wird ernster, tiefer und interessanter. Jeder, der Band 1 gelesen und für gut befunden hat, MUSS die Geschichte weiterlesen.

Und jeder, der bis jetzt noch nicht zu „Die Anderen“ von Anne Bishop gegriffen hat, sollte das jetzt tun. Ganz schnell! Die Autorin erschafft hier Fantasy auf einem ganz neuem Niveau und für Fans dieses Genres unabdingbar!


 * * *


https://www.drachenmond.de/titel/kraehenjagd/


Klappentext

Meg Corbyn konnte zwar das Vertrauen der Anderen im Lakeside Courtyard gewinnen, jedoch fällt es ihr schwer herauszufinden, was es bedeutet, unter ihnen zu leben.
Als Mensch sollte Meg eigentlich nur als Beute wahrgenommen werden, doch die Fähigkeiten einer Cassandra Sangue machen sie zu etwas Besonderem.
Zwei suchterzeugende Drogen lösen plötzlich Gewalt zwischen Menschen und den Anderen aus, die zu Toten auf beiden Seiten führt.
Als Meg von Blut und schwarzen Federn im Schnee träumt, fragt sich Simon Wolfgard - der Anführer der Gestaltwandler aus Lakeside -, ob seine Blutprophetin vergangene Angriffe oder zukünftige Bedrohungen gesehen hat.
Während Meg immer häufiger von Prophezeiungen heimgesucht wird, findet das Grauen einen Weg in den Courtyard.
Die Anderen und die unter ihnen lebenden Menschen müssen nun zusammenarbeiten, um den Mann aufzuhalten, der ihre Blutprophetin zurückfordert, und die Gefahr aufzuhalten, die sie alle zu zerstören droht.










(Das Copyright von Text, Bildern und Illustrationen liegt bei den Verlagen, Autoren und/oder den Illustrationen, die im Impressum erwähnt werden.)

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