Montag, 25. September 2017

Rezension: "Drei Wochen und ein ganzes Leben", Kerry Greine






Inhalt/Meinung

Entgegen meinem Ruf lese ich doch gern mal schöne Liebesromane. Gern mit viel Herzschmerz und auch mit einer reichlichen Portion Tränen meinerseits. Deswegen konnte ich an „Drei Wochen und ein ganzes Leben“ nicht vorbeigehen, denn der Klappentext versprach mir genau das, was ich mir von diesem Genre verspreche.
Verlor ich mich im Süden, zwischen Pasta und Rotwein oder fuhr ich mit dem ersten Zug wieder nach Hause?

Die Protagonistin in der Geschichte ist Sienna, die augenblicklich zu so etwas wie einer neuen Freundin wurde. Ich hatte sofort einen Draht zu ihr und konnte verstehen, was sie bewegt und warum sie diese Reise machen will. Und vor allem, warum sie diese Reise allein machen möchte. Ihre Eltern, besonders ihr Vater, erdrücken sie mit ihre Fürsorge und den Vorschriften. Sie will ein letztes Mal für sich entscheiden, bevor sie als Anwältin in der Kanzlei ihres Vaters anfängt. Sienna ist sich sicher, dass sie dann keine eigene Meinung mehr haben darf. Eigentlich will sie auch gar nicht Anwältin werden, aber so richtig weiß sie allerdings nicht, wie ihre Alternativen aussehen, denn es gab nie einen anderen Weg, als Jura zu studieren. Ihre Eltern haben ihren beruflichen Weg von Anfang an geplant und Sienna fügte sich. Die Reise gleicht einem kleinen Ausbruch aus dem Alltagstrott. Einem letzten Aufbäumen, bevor Sienna zwischen Akten und Vorschriften verloren geht.

Die Reise entpuppt sich als sehr interessant. Denn trotz diesen ganzen Vorschriften und Regeln der Eltern, ist Sienna sehr offen, spontan und entscheidungsfreudig. Sie wirkte auf mich nicht verloren, sondern optimistisch und lebenshungrig. Wenn irgendwas nicht so lief, oder so aussah, wie sie sich das vorgestellt hatte, dann stellte Sienna sich augenblicklich auf die neue Situation ein und ließ alles auf sich zukommen. Die Rundreise war zwar mehr oder weniger geplant, aber wenn es ihr an einem Ort gefiel, dann blieb sie eben einen Tag länger dort. Sienna offenbarte mir eine Seite von ihr, die ganz anders war, als mir der Anfang der Geschichte erzählte. Aber diese neue Seite gefiel mir! Ich mochte Sienna wirklich gern und begleitete sie supergern auf ihrem Trip, der auch – oder in erster Linie – eher eine Reise zu sich selbst war.

Sienna liebt das Leben und genießt die Reise in voll Zügen. Leider ist nicht alles rosig, denn sie glaubt, beobachtet zu werden. Als sie den vermeintlichen Verfolger anspricht, stellt sich heraus, dass sie sich irrt und so lernt sie Toni, den Fotografen kennen. Toni will einen Bildband herausbringen und fotografiert fröhlich durch die Gegend. Die zwei merken schnell, dass sie sich super verstehen und dass da viel mehr zwischen ihnen ist. Sie beschließen, die übrige Reise gemeinsam anzutreten und Sienna lässt sich auf das Abenteuer „Urlaubsflirt“ ein.

Toni *hach*. Toni heißt eigentlich Antonio und ist total wundervoll. Ich hab mich sofort ein wenig in ihn verliebt, denn er war zuvorkommend, liebevoll und einfach nur hinreißend. Vielleicht sogar ein bisschen zu viel, aber es war im Urlaub! Ich denke, da ist alles erlaubt. Sienna gibt sich dem Gefühl der Freiheit voll hin und genießt die Zeit mit Toni. Er scheint es mit Sienna ernst zu meinen und die beiden geben ein tolles Team ab. Mochte ich Sienna und Toni einzeln sehr gern, waren beide zusammen wirklich klasse! Sie haben sich ergänzt ohne irgendwie schnulzig zu sein.
Und manchmal muss man sich eben auch was trauen, vor allem wenn man nur drei Wochen Zeit hat!

Dadurch, dass ich Sienna auf ihrem Tripp begleitete, bekam ich eine gratis Rundreise durch Italien geschenkt. Die Autorin malte Bilder der Städte und Orte in meinen Kopf. Es fühlte sich alles sehr echt an, die Eindrücke, Gerüche, kaltes Wasser auf der Haut, die Emotionen. Ich flog durch die Seiten, verfolgte Siennas Wandlung, Tonis Zerrissenheit und in mir machte sich außerdem noch Urlaubsfeeling breit. Der Schreibstil liest sich sehr flüssig.
Die Spannung steigerte sich von Seite zu Seite und auch wenn es mal kurze, ruhige Szenen gab, ließ diese nie nach.

Das Ende rundet meiner Meinung nach eine wundervolle Geschichte richtig gut ab. Wie der passende Wein zu einem Teller Pasta an einem lauen Sommerabend mit Sonnenuntergang und ein paar malerischen Wolken am Himmel.
Nicht kitschig, aber für den Augenblick einfach nur wunderbar.

Fazit

„Drei Wochen und ein ganzes Leben“ ist das perfekte Buch für den Sommer. Abends auf dem Balkon sitzen, ein Glas Wein, ein paar Weintrauben, Füße hochgelegt und dann in der Geschichte von Sienna und Toni versinken. Sich auf  eine Reise nach Italien machen, ohne den gemütlichen Leseplatz zu verlassen. Die Liebe, Lachen und Herzschmerz finden.
Manchmal muss man sein altes Leben abstreifen und sich was trauen, sich auf das Gefühl einlassen, dass aus einem selbst kommt und das Leben leben, das man eigentlich führen möchte. Und wenn es nur für drei Wochen ist.


* * *


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Klappentext

Um endlich dem goldenen Käfig ihrer überbesorgten Eltern zu entkommen, begibt sich Sienna allein auf eine abenteuerliche Reise quer durch Italien.
Auf ihrem Weg nach Sizilien lernt sie den Fotografen Tino kennen und fühlt sich sofort von ihm angezogen.
Das leichte Flair des Südens, Pasta und Rotwein lassen Sienna und Tino den Alltag vergessen und sie verlieben sich ineinander.

Doch in Tinos Leben gibt es ein Geheimnis, das alles zerstören könnte.
Sind die beiden bereit, um ihre junge Liebe zu kämpfen? Oder reichen drei Wochen nicht für ein ganzes Leben?










(Das Copyright von Text, Bildern und Illustrationen liegt bei den Verlagen, Autoren und/oder den Illustrationen, die im Impressum erwähnt werden.)

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