Inhalt / Meinung
Ich möchte hier nicht auf jede einzelne Geschichte eingehen,
das könnte etwas den Rahmen sprengen. Und wenn sie nicht gut wären, hätte die
Herausgeberin sie wohl kaum ausgewählt.
Eine Anthologie zu rezensieren ist schwer, denn die
Geschmäcker sind verschieden. Aber es sei gesagt, dass für jeden
Vampirliebhaber und Cocktailtrinker ein Schluck dabei ist und alle auf ihren
Genuss kommen. Diese Anthologie lässt niemanden auf dem Trockenen sitzen. Von
wirklich blutigem Nass, über dezent gesetzte Rätsel, gepaart mit dem richtigen
Spritzer Humor, bis hin zu prickelnder Erotik ist alles dabei.
Ich will wirklich nicht zu viel verraten.
Dennoch werde ich einige Worte zu meinen persönlichen
Favoriten abgeben:
1. Stefanie Mühlsteph – Bittersüß wie Absinth
Eine gelungene Geschichte, die ein anderes Bild auf die
Vampire wirft. Es müssen nicht immer vor Blutdurst wahnsinnige Vampire sein,
die ihren Opfern die Kehle aufreißen und nicht ein einziges Mal mit ihrer
Existenz hadern. Leise tropft Melancholie durch die Zeilen und lässt den Leser
am Ende traurig aufseufzen. Wundervoll und erfrischend.
2. Denise Mildes – Legenden
Fantastisch. Meiner Meinung nach die beste Geschichte von allen.
Man wird gekonnt auf eine falsche Fährte gelenkt. Informationen werden dem
Leser zugespielt, die so undurchsichtig sind wie der Side Car. Erst wenn das
Glas leer ist, erkennt man die einzelnen Zusammenhänge und bleibt erstaunt
berauscht zurück. Die Autorin lässt Humor durch die Geschichte rieseln, wie
Zucker von einem Gläserrand. Wirklich hervorragend
5. Sabine Frambach – Kleiner Zauber
Wer Vampire mit Witz gern hat, wird diese Geschichte lieben.
Die Empfindung von Mitleid wäre am Ende vielleicht möglich gewesen, wenn ich
nicht herzlich hätte lachen müssen. Dem Leser werden auf eine gelungene Art und
Weise die verheerenden Folgen des falschen Cocktailmixens vor Augen geführt,
wenn man eben dies nicht richtig macht. Gepaart mit den alltäglichen Vampirproblemen
ist diese Geschichte genau richtig für einen kleinen Schluck zwischendurch.
12. Nina Sträter – Garvamore, der beste Single Malt der Welt
Es ist natürlich eine Untat, irgendetwas zusammen führen zu
wollen, was nicht zusammen gehört. Hier riecht man förmlich den Vampir, der
zwischen den Zeilen auf seinen Auftritt wartet. Mit wenigen Zutaten wird dem
Leser ein eindrucksvoller Wortcocktail serviert, der mir noch lange in Gedanken
gebrannt hat.
15. Jana Oltersdorff – Der perfekte Cocktail
Tja, man hat schon so seine Problemchen, wenn man ordentlich
und für jeden den perfekten Cocktail servieren möchte. Obwohl ich das Ende
etwas vorhersehbar fand, hat mir die Geschichte gleich gemundet. Ein kleines
bisschen Blut, genau richtig am Rand drapiert, hat den Geschmack perfekt
abgerundet. Den heimlichen Star des Geschehens, den Tequila Sunrise, werde ich
wohl dennoch nie wieder trinken können.
Es gibt vier Geschichten, die mir von ihrem Schreibstil her
und/oder durch fehlende Informationen nicht geschmeckt haben, wobei wir aber
wieder beim Geschmack und dessen Verschiedenheiten wären.
3. Michael Zandt – Unter dem Nebelmond
Die Geschichte und auch die Idee haben mir gefallen. Auch
der Schreibstil war flüssig. Nachdem lesen war ich aber dennoch leicht unbefriedigt.
Die Wirkung hatte nicht richtig eingesetzt. In mir blieb das Gefühl, als hätte
ich etwas übersehen, als fehlte eine wichtige Zutat, die alles abrunden würde.
6. Bianka Brack – Auf dem Weg zum Mars trink ich nie Bloody
Mary
Vampire und Science Fiktion, das ist eine interessante
Mixtur. Dennoch hat mir auch hier das gewisse Etwas gefehlt, die Frucht auf dem
Glas, sozusagen.
11. Sigrid A. Urban – Insiderwissen inclusive
Nach dieser Geschichte wird wohl niemand mehr selbst
Vampirgeschichten schreiben wollen. Man weiß nie, wie man die Recherche dafür
dann durchführen muss. Alles in allem eine nette Idee, aber auch hier hat der
besondere Spritzer gefehlt. Außerdem hätte ich mehr Informationen gewünscht.
16. Sven Linnartz – Der Gast ist König
Mit dieser Geschichte bin ich persönlich überhaupt nicht
warm geworden, was einzig und allein am Schreibstil lag. Es wird mir auch
innerhalb der Geschichte zwischen den Ereignissen zu viel hin und her
gesprungen.
Fazit
Glitzervampire und Safttrinker werden in dieser Sammlung
vergeblich gesucht.
Wer ein paar Minuten seiner Lesezeit abfüllen kann, findet
zwischen den Seiten eine andere Art von Rausch, denn einige Geschichten machen
durchaus süchtig und man kommt nicht mehr von ihnen los. Was für mich Grund
genug war, über die kleinen fehlenden Buchstaben hier und da hinwegzusehen.
„Vampire Cocktail“ beherbergt eine wirklich
abwechslungsreiche Geschichtenauswahl aus dem Vampirgenre. Die Autoren zeigen
den Lesern verschiedene Seiten des Vampirismus und lassen ganz natürlich die
Welt der Cocktails einfließen. Die Geschichten sind durchweg auf ihre eigene
Art geschrieben, obwohl ich mir hier und da etwas mehr Informationen gewünscht
hätte. Was den Lesegenuss aber trotzdem nicht gemindert hat.
Ich kann diese Sammlung unterhaltsamer und kurzweiliger Geschichten nur weiter empfehlen!
Ich kann diese Sammlung unterhaltsamer und kurzweiliger Geschichten nur weiter empfehlen!
Klappentext
Vielfältig und aufregend präsentiert sich die Welt der Cocktails, von Cosmopolitan bis Bloody Mary ist für jeden Geschmack etwas dabei. Um einige dieser Mix-Getränke ranken sich Legenden und Erzählungen, andere haben es sogar schon auf die große Leinwand geschafft. Ein Cocktail kann zu Begegnungen führen und der Beginn eines Gespräches sein. Nur was passiert, wenn der Gesprächspartner ein Vampir ist? Genießen Sie die Abwechslung.(Das Copyright von zitierten Texten, Bildern und Illustrationen liegt bei den Verlagen, Autoren und/oder den Illustrationen, die im Impressum erwähnt werden. Das Copyright der Rezensionen liegt bei mir. Zitate an anderen Stellen nur mit meiner ausdrücklichen Erlaubnis.)