Montag, 2. April 2018

Rezension: "Virus-Die neue Welt", Tessa Tormento



Inhalt/Meinung

Endlich mal wieder eine Endzeit-Geschichte, die sogar ohne Zombies auskommt. Das hat mich ja am neugierigsten gemacht, denn obwohl ich Zombiegeschichten wirklich mag, hab ich das Gefühl, momentan an jeder Ecke davon erschlagen zu werden.

„Virus – Die neue Welt“ ist die erste Episode der ersten Staffel der „Virus“-Reihe. Ich glaube, es ist zurzeit mal wieder in Mode, kurze Episoden zu schreiben (und diese mit fiesen Cliffhangern enden zu lassen^^), aber wer hier nicht zur Ersten greifen möchte, hat die Möglichkeit, gleich den Sammelband zu holen. Aber zum reinschnuppern und gucken, ob die Geschichte gefallen könnte, bietet sich die kurze Episode auf jeden Fall erstmal an.

Die Grundidee der Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Ein Virus, der ziemlich schnell ziemlich viele Menschen tötet. Einige wenige sind immun und müssen nun gucken, wie sie klar kommen. Schnell verfallen gesellschaftliche Strukturen und das Recht des Stärkeren setzt sich durch. Wenn man etwas haben will, muss man es sich nehmen. Einerseits ist es gut, alleine durch die Gegend zu ziehen, andererseits wäre es aber auch nicht schlecht, sich einer Gruppe anzuschließen. Allerdings ist nicht jede Gruppe gut und nimmt Menschen ohne Hintergedanken auf.

Die Geschichte startet nicht mit dem Virusausbruch, sondern Jahre später. Die Natur hat sich oftmals ihren Teil zurück geholt. Häuser gleichen Ruinen, Nahrungsmittel sind weitestgehend geplündert. Misstrauen und Tod liegen in der Luft, egal, wohin man kommt. Das hat mir auch sehr gut gefallen, denn sonst ist es ja oft so, dass man genau mitbekommt, wie alles losgeht und wie die Menschen darauf reagieren. Hier ist der Leser gleich mittendrin und spürt, dass alle Figuren schon viel erlebt haben und deswegen so misstrauisch oder gewalttätig sind, wie der Leser sie kennenlernt. 

Esther, die Protagonistin, gehört zur misstrauischen Fraktion. Sie streift alleine durch die meist verlassene Welt, sucht sich ihr Zeug zusammen und hofft dennoch, irgendwann auf eine Gruppe zu stoßen. Ich muss leider zugeben, dass ich mit Esther Probleme hatte. Die ersten ca 60% der Geschichte bin ich mit Esther, ihren Gedanken und Erinnerungen alleine und das hat mich belastet. Sie denkt viel zurück an die Zeit des Ausbruchs. Dadurch wiederholen sich aber leider einige Gedanken. Man begleitet Esther, wie sie sich eine Unterkunft sucht und versucht, klar zu kommen und immer wieder gegen die Erinnerungen kämpft, sie mal zulässt und dann dagegen angeht, aber es war einfach zu viel Rückblick. Ich bin mir nicht sicher, ob man das alles nicht vielleicht hätte kürzen und in eine zeitlich richtige Abfolge bringen könnte. Den Ausbruch als Prolog und dann zack, ab in die Geschichte. Das gute daran, dass Esther so viel rumjammert, obwohl sie schon Jahre als Überlebende umherstreift ist und Ahnung von alldem haben müsste, dass die einsame Stimmung gut rüberkommt. Aber manche Aussagen, die Esther trifft, waren schon seltsam und sorgten dafür, dass ich nicht richtig an sie rankam. Sie weiß, wann die besten Zeiten zum Plündern sind und geht dennoch zu einem Zeitpunkt in die Stadt, von dem sie selber weiß, dass er nicht gut ist.

Die Geschichte nimmt an Spannung zu, als ein zweiter Perspektivträger hinzukommt. Die erzählende Art der Geschichte verschwindet ganz und endlich befinden wir als Leser uns im Hier und Jetzt. Auch wenn zwischen den zwei Perspektiven ein bisschen Missverständnisse entstehen, konnten mich die letzten Prozent dann doch noch überzeugen.

Fazit

„Virus – Die neue Welt 1.1“ ist der Start in eine Endzeit-Reihe, deren Grundidee zwar nicht neu, aber dennoch interessant ist. Leider ist meiner Meinung nach der Anfang durch zu viel Rückblick etwas zäh geraten und die Hauptfigur sehr sprunghaft in ihren Aussagen und Gefühlen. Erst als eine weitere Figur in das Geschehen eingreift, kommt Spannung auf und es geht voran. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob es reicht um weiterzulesen. Eigentlich würde ich schon gerne wissen, wie es weitergeht. Andererseits weiß ich nicht, ob ich mit Esther weiterhin klar komme. Die Grundidee finde ich gut, aber manchmal reicht das einfach nicht.
 
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Klappentext

Esther ist 21 Jahre alt – und sie ist alleine. Alleine in einer Welt, die vor einigen Jahren von einem grausamen Virus befallen wurde. Nur wenige Menschen haben ihn überlebt – und niemand weiß wieso.
Nun streift sie durch die verlassenen Straßen und versucht zu überleben. Nichts wünscht sie sich sehnlicher als Gesellschaft und Sicherheit, doch sie musste früh lernen, dass Menschen in Extremsituationen nicht etwa dazu tendieren, sich zusammenzuschließen – nein. Sie beginnen, sich zu bekämpfen. Um die wenigen Ressourcen, um das eigene Überleben zu sichern.
Und Esther weiß nicht, wie lange sie es noch schaffen wird, alleine durchzukommen ...




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