Montag, 24. Juni 2019

"Survivor - Grahams Prüfung", A. R. Shaw




Inhalt/Meinung


Endzeit aus dem Hause Luzifer. Das kann ja eigentlich nur gut werden, denn der Verlag hat ein Händchen für Endzeit-Geschichten, die man so vielleicht noch nicht gelesen hat. Der Klappentext sprach mich außerdem an, also konnte ich mich selbst nicht lange zurückhalten und tauchte in Grahams Prüfung ab. Waren wir Survivor oder … nicht?

Die Story fängt eher langsam an, obwohl doch eigentlich viel passiert. Graham, der Protagonist, nimmt Abschied von geliebten Menschen. Auf der Welt wütet ein mutiertes Vogelgrippe-Virus und nur wenige Personen sind dagegen immun. Die Immunen müssen zusehen, wie ihre Angehörigen grausam sterben und niemand kann irgendetwas dagegen tun. Es geht ratz fatz, da bricht die ganze Struktur auf der Welt zusammen und, in unserem Fall, Amerika steht vor dem aus. Keine Regierung, kein Gesetzt, kaum Überlebende und selbst die müssen auf sich aufpassen, denn die, die nicht immun sind, sehen in den Überlebenden eine Gefahr. Schließlich sind sie zwar immun, tragen aber das gefährliche Virus in sich und verbreiten es oder stecken gar andere an.
Graham hat sich entschieden, aus seinem Haus zu verschwinden und sich in eine Holzhütte im Wald zurückziehen. Er will den ganzen Mist aussitzen, denn der Winter steht auch noch kurz bevor und vertrauen kann man sowieso niemandem mehr. Seine Planung klingt gut, wenn er nicht plötzlich auf einen kleinen Jungen aufpassen müsste. Sobald der Junge auf der Bildfläche erscheint wird es ein wenig interessanter, wobei ich sagen muss, dass die Geschichte bis ungefähr zur Hälfte wirklich nur so vor sich hintröpfelt, obwohl eigentlich schlimme Dinge passieren. Aber Graham denkt alles was er tut, erstmal so dermaßen zu Tode, dass sein handeln danach für mich als Leserin erleichternd wirkte, weil es endlich weiterging.

Graham an sich ist eine tolle Figur! Nach einigen Anlaufproblemen schloss ich in wirklich in mein Herz, denn nachdem er begriffen hat, dass in der Situation, in der sich die ganze Welt findet, erst gehandelt und dann vielleicht geredet wird, benimmt er sich endlich den Gegebenheiten angepasst. Nichtsdestotrotz war es bis zur ca. zur Mitte echt anstrengend mit ihm, denn er tat Dinge, bei denen ich nur immer wieder den Kopf schütteln konnte. Ätzend, sag ich euch, den stellenweise schien ihm normaler Menschenverstand fremd. Wer bitte drückt einem kleinen Kind eine geladene Waffe in die Hand, nur um diese „mal eben zu halten“?
Was uns zu dem kleinen Jungen bringt. Irgendwann wird er als „alte Seele“ bezeichnet, was es ziemlich gut trifft. Er verhält sich die meiste Zeit meiner Meinung nach alles andere als Altersentsprechend, aber da ich von ihm recht wenig weiß, kann ich da nur aus meiner Erfahrung sprechen. Nichtsdestotrotz hätte ich es hin und wieder recht erfrischend gefunden, wenn ein Kind einfach mal ein Kind ist und kein Erwachsener in einem Kinderkörper.


Sobald Graham mehr Personen in seiner Gruppe aufnimmt und endlich in der Hütte im Wald ankommt, nimmt auch die Geschichte fahrt auf. Die Figuren sind allesamt interessant, die Verwicklungen machen neugierig. Für mich war es am interessantesten zu lesen, wie 6 vollkommen Fremde auf engstem Raum zusammenfinden müssen, während um sie herum die Welt zu Grunde geht. Sie alle haben keine andere Wahl, denn da gibt es einfach nichts anderes, keinen anderen Ort, an den sie gehen könnte und keine sichere Anlaufstelle, die ihnen behilflich sein könnte. Sie müssen sich selbst helfen, auch wenn sie die meiste Zeit eigentlich keine Ahnung haben, was sie da tun.

Allerdings sind sie gar nicht so allein, wie sie denken, denn eine Gruppe Prepper, die sich sofort nach den ersten Meldungen der Krankheit, isoliert hat, lebt in der Nähe. Es passieren viele (schlimme) Dinge, die dazu führen, dass diese beiden Gruppen irgendwie zusammenarbeiten müssen. Leider weiß niemand in der Preppergruppe, ob er immun ist oder nicht, da sie nie dem Virus ausgesetzt waren. Das machte die Geschichte nochmal spannender, denn nicht die Prepper müssen sich vorsehen, es sind die Immunen, die um ihr Leben fürchten müssen. Die, die Angst vor dem Virus haben, verteidigen ihr Leben gehen alles und jeden, egal wie!

Und natürlich gibt es auch noch die Menschen, die jegliche Moral über den Haufen geworfen haben. Die gibt es ja überall und die sorgen auch dafür, dass Grahams Gruppe sich nicht allzu sicher fühlen kann. Es war nie klar, wann diese „Bösen“ zuschlagen oder auftauchen und das machte es nicht nur für Graham nervenaufreibend.
Sobald all diese Menschen und verschiedenen Gruppen zusammen auf der Bildfläche erscheinen, wird die Geschichte wirklich spannend und ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen. Vorher tröpfelt das alles nur so vor sich hin. Es werden Figuren eingeführt, die quasi gleich wieder sterben, nur um zu zeigen, wie grausam die Welt geworden ist. Einige Figuren sind ein wenig zu naiv, andere zu seltsam. Es dauert, bis die Geschichte ihre Stimme und ihre Richtung findet.

Fazit


Wer nicht so viel Geduld hat, verpasst eine wirklich gute Endzeit-Geschichte, in der es mehr als nur ums Überleben der Menschen geht, denn auch die, die nicht immun sind, haben noch überlebt und bedrohen die Immunen. Da sich ca die erste Hälfte, aber wirklich zieht wie frischer Kaugummi, macht das Lesen zuerst keinen Spaß. Hier muss man sich einlassen, ein wenig über Grahams Verhalten am Anfang hinwegsehen und warten, bis er endlich zu der Figur wird, die er sein soll oder sein kann. Meiner Meinung nach lohnt sich das warten, aber schade ist es um den meiner Meinung nach verkorkstem Anfang dennoch. Ich hoffe, Band 2 glänzt da mehr.

Klappentext


Es geschieht, was die Welt am meisten fürchtet. Ein mutiertes Vogelgrippe-Virus (H5N1) löst eine weltweite Pandemie aus, die den Planeten verwüstet und die Menschheit fast ausrottet. Nur zwei Prozent der Weltbevölkerung überleben.

Eine sterbende Mutter weiß, dass ihr kleines Kind zu den wenigen gehört, die immun gegen das Virus sind. Was kann sie tun, um das Überleben ihres Kindes zu sichern, bevor ihr nahender, tragischer Tod eintritt?

Währenddessen trägt Graham das letzte Familienmitglied zu Grabe. Dem Rat seines Vaters folgend begibt er sich in die Wildnis, zur Blockhütte der Familie, und durchlebt dabei Triumphe und Tragödien. Wieder und wieder muss er sich anpassen, um zu überleben. Gerade als er das Gefühl hat, diese neue Welt endlich in den Griff zu bekommen, überrascht ihn die Nachricht, dass er nicht allein ist. Eine versteckte, aber verwundbare Gemeinschaft von Preppern lebt in der Nähe. Wird er die Kraft haben, den Gefahren zu begegnen und zu überleben? Und noch wichtiger: Wird er in der Lage sein, die ihm Anvertrauten zu beschützen?
 














(Das Copyright von zitierten Texten, Bildern und Illustrationen liegt bei den Verlagen, Autoren und/oder den Illustrationen, die im Impressum erwähnt werden. Das Copyright der Rezensionen liegt bei mir. Zitate an anderen Stellen nur mit meiner ausdrücklichen Erlaubnis.)

Kommentare:

  1. mmhh Wunschliste oder eher nicht? Fragen über Fragen.

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  2. Hallo Tilly,

    oh ja das ist oftmals Schade. Nicht viele geben solchen Büchern eine Chance bis zum Ende. Manchmal liest sich so ein ganzes Werk wie ein riesiger Vorspann und erst im 2. Band zeigt es was man kann. :) Hier scheint sich dranbleiben wirklich gelohnt zu haben.

    Tintengrüße von der Ruby

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  3. Huhu Tilly,
    ahhh, ich weiß ja nicht, ob ich die Geduld für die Kaugummiphase besitze. Andererseits machst du auch neugierig mit dem, was man verpasst, wenn man diese Durststrecke nicht auf sich nimmt. Ich bin sehr gespannt, was du zum zweiten Teil sagen wirst. Weißt du schon, wann du ihn lesen wirst?

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

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