Montag, 4. Mai 2020

"Teiro", Tanja Rast



[Rezensionsexemplar]

Inhalt/Meinung

Neuer Lesestoff von Tanja Rast! Da kann ich ja nicht dran vorbeigehen, dass wisst ihr. Aber nach dieser Lektüre hab ich die Autorin doch etwas verflucht. Okay, sehr. Ich hab sie sehr verflucht! Eins kann ich euch schon mal sagen, sobald ihr „Teiro“ lest, haltet die Taschentücher in greifbarer Nähe!

Bei Romanen von Tanja Rast kann eins Gewiss sein: man bekommt die volle Bandbreite von Gefühlen. Lachen, Hass, Wut, Glück, Trauer, Freude. Es ist alles dabei, was man sich vorstellen kann. Und ich weiß das. UND ich WILL das! Schon bevor ich die ersten Wörter lese, befällt mich diese Vorfreude auf die Geschichte, einfach weil ich weiß, was ich alles erleben werde. Dieses Gefühl, dass ich schon vor dem Lesen von Geschichten von Tanja habe, will ich um nichts in er Welt eintauschen, denn genau das macht meiner Meinung nach die Autorin und ihre Werke aus. Stabilität und dennoch werde ich jedes Mal wieder aufs Neue überrascht.

So auch hier. Ghenis, Kanzlerin des Reichs der zwei Königinnen muss genau diese Königinnen vor einem Krieg schützen und schickt sie weg. Sie weiß, dass Unterstützung für die Truppen unterwegs ist. Der Gott des Krieges kommt immer, wenn die Menschen ihn rufen und brauchen. Aber dieses eine Mal lässt er auf sich warten. Was Ghenis absolut nicht verstehen kann.
In letzter Sekunde muss sie flüchten, sofern sie nicht sterben will. Sie ist etwas besonders, denn sie kann eigentlich die Götter hören. Bis nur noch Stille zu vernehmen ist. Der Ether ist ruhig, die Götter verschwunden. Und Ghenis auf so vielen Ebenen verzweifelt.
Ghenis war eine wirklich tolle Figur, ich mochte ihre Gedankengänge und dass sie die Dinge selbst in die Hand nimmt. Es kommt keine Hilfe? Okay! Dann muss sie eben nachdenken und sich selbst helfen! Das ist nicht einfach und hin und wieder wirklich unglaublich schwer, aber Ghenis würde alles tun, um das Leben der Menschen und der Königinnen zu beschützen.
Ihr Weg ist kein leichter und von vielen Höhen und Tiefen geprägt. Ghenis lernt viel über sich selbst und dass es okay ist, sich mehr zu wünschen. Nicht immer zurückzustecken, sondern auch mal etwas für sich selbst zu wollen, einfach weil es einem dann besser geht.

Teiro ist da ganz anders. Er ist krank, orientierungslos und vollkommen desorientiert, als Ghenis ihn auf ihrer Flucht findet und sich ihm annimmt. Teiro hat keine Ahnung, was eigentlich los ist, aber er will natürlich der kleinen Gruppe um Ghenis bei der Flucht helfen. Solange er es kann, denn seine Krankheit wird immer schlimmer. Ihm geht es hundeelend und er selbst hat keine Ahnung, warum das so ist. Ghenis hilft ihm, klar zu kommen und Teiros Erinnerungen kommen langsam wieder.
Was gut ist, wirklich richtig gut. Und was schlecht ist. Wirklich schlecht ist.
Teiro ist wundervoll. Selbst krank und elend macht er sich Sorgen um die anderen und versucht zu helfen, wo er kann. Er beschützt Ghenis, auch wenn es ihn umbringt. Und er beschützt die Seinen. Charakterstark, aber gefühlvoll. Freundlich und nett, aber gnadenlos zu seinen Feinden.

Die Story und die Figuren waren wundervoll und ich versank ganz in der Geschichte. Sie war quasi in einem Rutsch durchgelesen. Und ich brauchte die Taschentücher, womit ich nicht gerechnet hatte. Dieses Gefühlschaos erwischte mich kalt, machte mich fertig und sorgte dafür, dass ich Tanja Rast verfluchte. Aber eigentlich steh ich ja auf dieses ganze Drama und deswegen fand ich es ja doch toll! Wenn ich könnte, würde ich die Geschichte vergessen, damit ich sie nochmal lesen kann. Damit ich die ganzen Emotionen nochmal erleben kann. Ich wurde bei allem, was geschah, auf ganzer Breite überrascht.

Fazit

„Teiro“ reiht sich in die Reihe der Heroen-Geschichten von Tanja Rast ein und sticht doch mit noch mehr Gefühl und Emotion hervor. Eine Geschichte, die unter die Haut geht, aber bei der ich doch genau das bekam, was ich erwartete. Eine wundervolle Geschichte, mit wundervollen Figuren, die ich von Anfang bis Ende liebte.

Klappentext

Orientierungslos und krank wie ein Hund findet Teiro sich in der unter Angriff stehenden Hauptstadt wieder. Glücklicherweise kann er sich dem kleinen Trupp rund um Kanzlerin Ghenis anschließen, die die Stadt als Letzte verlässt. Während Teiro begreift, dass er obendrein seine Erinnerungen verloren hat, erfährt er mehr über die resolute Frau, die alles daran setzt, ihr Reich zu verteidigen.

Denn Ghenis ist etwas Besonderes: Sie ist eine der Wenigen, die die Götter hören kann. Doch als ihr Reich angegriffen wird, wartet sie vergebens auf den Gott des Krieges, der die Verteidiger unterstützen sollte. Stattdessen vernimmt sie Hilfeschreie aus der Götterwelt – und dann nur noch betäubende Stille.





(Das Copyright von zitierten Texten, Bildern und Illustrationen liegt bei den Verlagen, Autoren und/oder den Illustrationen, die im Impressum erwähnt werden. Das Copyright der Rezensionen liegt bei mir. Zitate an anderen Stellen nur mit meiner ausdrücklichen Erlaubnis.)

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