Montag, 2. Oktober 2017

Rezension: "Mistress: Verrat", Julia Rana



Inhalt/Meinung

ACHTUNG! SPOILERGEFAHR! ACHTUNG!

Bei „Mistress“ hat mich sofort der Klappentext angesprochen und ich musste es lesen. Er klingt meiner Meinung nach spannend und verspricht eine aufregende Reise nach Japan, mit jeder Menge spannenden Abenteuern.
Ob der Klappentext aber hielt, was er versprach? Begeben wir uns auf einen Trip, der es in sich hat!

Die Hauptprotagonistin ist Jules Evangelista. Eine alleinerziehende Mama, die versucht so gut es eben geht, über die Runden zu kommen. Das klappt mal gut, mal weniger gut und direkt zu Anfang, taucht plötzlich ihr Exmann auf und nimmt ihr ihre Tochter weg. Dadurch fällt Jules in ein tiefes Loch und es tut sich bei ihr nichts mehr. Sie existiert nur noch, geht nicht mehr zur Arbeit, die Wohnung vermüllt und sie versifft körperlich total. Verständlich. Jedenfalls bis zu einem gewissen Punkt.
Jules lässt sich gehen und versucht nicht mal, ihre Tochter zurück zu bekommen, was ich als Mutter schon unverständlich fand. Aber ihr weiterer Gedankengang ist für mich persönlich kaum noch nachzuvollziehen. Sie gibt quasi komplett auf! Sich und auch ihre Tochter. Sie versucht es nicht mal und DAS kann ich nicht verstehen. Wie kann man seine Tochter aufgeben?

Der zweite Protagonist ist Akito. Sohn des Yakuza-Chefs. Ich hab keine Ahnung, wie die Abläufe in der Yakuza sind und stelle mir die Recherche dazu auch sehr sonderbar vor, aber alles in allem war es schon glaubwürdig. Ich weiß nicht, ob die Yakuza eine fremde Frau retten und diese dann mit nach Japan nehmen würden. Da ich mich in dieser Sache wirklich rein gar nicht auskenne, möchte ich da auch nichts dazu sagen. Es wirkte meistens glaubwürdig, auch wenn ich manche Handlungen für mich hinterfragt habe und einfach nur seltsam fand.

Es fällt mir deswegen auch schwer, irgendwas Handfestes zu dieser Geschichte zu sagen. Ich werde mich an Jules orientieren und meine Meinung an ihr festmachen.
Jules war für mich eine sehr schwankende Persönlichkeit, gerade was ihre Meinung und ihren Charakter angeht. Sie gibt sich und ihre Tochter komplett auf, nur um dann plötzlich begeistert von der Idee zu sein, mit zur Yakuza zu gehen. Sie sieht das als ihre einzige Möglichkeit und schafft es dann, nach ein paar Monaten Training, zu einer der meist geschätztesten Frauen innerhalb dieser einen Gruppierung. Sie kann so ziemlich alles und fast alle mögen sie.

Jules lernt die Foltermethoden im Handumdrehen und zeigt der Yakuza sogar noch, wie man es denn richtig macht. Ich weiß nicht, inwieweit ein Mensch seine eigene Menschlichkeit dermaßen vergessen oder verdrängen kann, aber es war manchmal doch schon hart an der Grenze. Ich kann wirklich nicht beurteilen, ob das was mit Realität zu tun hat. Auch dass sie offen für Sex ist, nachdem fünf andere sich an ihr Vergangen haben, halte ich für grenzwertig.

Natürlich ist das Leben für sie in Japan ein Kampf, aber viel zu schnell, meiner Meinung nach, machen die Männer innerhalb der Gruppierung alles für sie. Sie würden sogar sterben für Jules. Alle machen sich Sorgen und was weiß ich nicht noch. Seltsam, da sie ja fremd ist. Und ich glaube nicht, dass ein paar Wochen ausreichen, um sich so viel Respekt zu erarbeiten, dass die Mitglieder der Yakuza vor einer Frau kuschen.
Alles in allem war Jules eine Figur, die ich unglaubwürdig fand und mit der ich mich nicht identifizieren konnte. Ich fand keine Zugang zu ihr, weil ihr Verhalten für mich oft unverständlich war.

Fazit

Ich will nicht sagen, dass mir die Geschichte im Großen und Ganzen nicht gefallen hat, aber ich habe ganz viel, was in Japan passiert, einfach nicht ernst nehmen können. Spannung war da, aber beim Lesen war da auch sehr oft ein Stirnrunzeln und Kopfschütteln bei mir vorhanden.
Jules verhält sich merkwürdig bis kaum nachvollziehbar, sie lernt Dinge in wenigen Monaten, für die andere Jahre trainieren müssen und kann Vieles besser als diejenigen, die das auch schon ewig machen. Wie Foltern. Oder Schießen. Natürlich gibt es Naturtalente, aber dann muss man es auch glaubwürdig rüber bringen.
„Mistress“ hat leider auch ein paar Logiklücken, dir mir hin und wieder ins Auge gesprungen sind.


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Klappentext:

Jules Evangelista führt ein normales Leben, als alleinerziehende Mutter. Niemand ahnt von ihrer Vergangenheit, bis sie von ihr eingeholt wird, denn ihr Ex findet Mittel und Wege, um ihr ihre Tochter wegzunehmen. Ihr Leben verwandelt sich in einen Scherbenhaufen und sie verliert jede Hoffnung.
Doch ihre Freundin Etsu bittet ihre Familie um Hilfe. Ein gewagter Schritt, denn ihr Bruder Kaname ist Oberhaupt einer der größten Yakuza-Familien Japans. Zusammen mit seinem Sohn Akito kommt er Jules zu Hilfe, doch im Gegenzug soll sie Teil der Yakuza-Welt werden. Sie willigt ein.
In Japan angekommen beginnt für Jules der Kampf um ihre Tochter und ihr eigenes Überleben. Für die Menschen, die sie lieben lernt, gibt sie alles. Ob das genug ist, wird die Zeit zeigen ..












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