Mittwoch, 6. September 2017

Rezension: "Liliennächte", Kim Leopold



Inhalt/Meinung

„Liliennächte“ zu lesen war eine „aus dem Bauch“-Entscheidung. Die Bücher von Kim Leopold tauchen immer wieder in meine FB-Timeline auf und tief in meinem Inneren bin ich eben auch nur ein Mädchen, das Einhörner mag und auf rosa steht. Ein Mädchen, das Glücklich sein will. Aber wie? #Howtobehappy ?

Ganz zu Beginn dachte ich, ich bin in einem Klischeealptraum gefangen. Mädchen zieht zu ihrem unbekannten Vater, weil die Mutter gestorben ist. So oder so ähnlich beginnen ja mittlerweile gefühlt tausend Bücher und ich bin ehrlich, ich habe kurz mit dem Gedanken gespielt, das Buch wegzulegen. Aber ich gab mir einen Ruck und las weiter. Was gut war!
Es mag sein, das diese Idee tausendundein Mal überall auftaucht, es kommt letzten Endes aber darauf an, was daraus gemacht wird! Und die Autorin überzeugte mich, dass der Anfang zwar nach einem Klischee aussieht, aber keins ist!

Die Protagonistin Lilian erweist sich als taffe, junge Frau, die zwar sehr unter dem Tod der Mutter leidet, aber dennoch ihren Lebenswillen nicht verloren hat. Sie versucht alles Mögliche, um sich in ihrem neuen Leben wohl zu fühlen und begegnet jedem Menschen, den sie kennenlernt offen und neugierig. Auch wenn Lilian hin und wieder etwas naiv wirkte und manchmal auch den Wald vor lauter Bäumen nicht sah, mochte ich sie auf Anhieb und hätte mich gefreut, wenn sie auch meine Freundin gewesen wäre.

Ash und Jamie, die zwei Jungs denen die WG gehört, in die Lilian zieht, helfen ihr auf ihre ganz eigene Art und Weise, denn Lilian lernt beide gern zu haben. Die beiden Jungs sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht und dennoch (oder gerade deswegen) verstehen sie sich blendend! Ash, der Draufgänger und Zockerfanatiker, der mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen hat und es zeitweise nicht klar ist, ob die Dämonen oder er gewinnen.
Jamie, der Nerd mit den Sprüche-Shirts, der für Lilian alles stehen und liegen lässt und das, obwohl er sie kaum kennt.
Die beiden nehmen sie auf, und zeigen ihr, dass das Leben trotz allem lebenswert ist. Ganz langsam kommt Lilian in ihrem Leben an, findet einen Ruhepunkt und glaubt zu wissen, was sie jetzt will.
Und dann kommen Geheimnisse ans Licht, die Lilian den Boden unter den Füßen wegziehen…

Es ist ja immer so, dass in solchen Geschichten irgendwann Geheimnisse auftauchen, die die Harmonie zerstören. Das ist hier nicht anders. Allerdings schaffte es die Autorin, mich lange Zeit im trüben Fischen zu lassen. Klar, ich hatte so meine Vermutungen, aber je mehr ich mir sicher war, desto mehr kamen neue „Indizien“ hinzu, die mich wieder verunsicherten.
Letzten Endes hängt tatsächlich alles zusammen. Jamie, Lilian, Ash, der Vater. Alles. Und das hab ich so nicht kommen sehen.

Es war schön, mit Lilian auf diese Reise zu gehen. Zu sehen, wie sie wächst, sich verliebt, Liebeskummer hat. Sich selbst entdeckt und auch Menschen los lässt, die ihr nicht gut tun. Jedes Licht hat seine Schattenseite, das lernt Lilian auf eine nicht ganz so leichte Art und Weise. Und auch wenn sie immer mal wieder ganz schön harmoniebedürftig ist und alle ihre Lieben glücklich sehen will, geht das alles nicht so, wie sie sich das wünscht. Denn jeder trifft für sich selbst die Entscheidungen, die ihm in diesem Augenblick richtig erscheinen und manchmal kann man bei solchen Entscheidungen keine Rücksicht auf die Gefühle anderer nehmen. Denn dann geht es nur um einen selbst und um das, was einen glücklich macht.

Gegen Ende war es fast schon wieder ein bisschen klischeehaft und es wurde auch hin und wieder etwas kitschig. Ich hab nichts gegen Kitsch, ich bin ein Mädchen, aber das übersprudelnde Harmoniebedürfnis von Lilian brachte mich dann doch hin und wieder an meine eigenen Kitschgrenzen. :-D
Nichtsdestotrotz hält sich das Klischee abermals nicht in der Geschichte, womit ich nach dem Anfang ja eigentlich hätte rechnen müssen^^, und die Autorin serviert mir ein Ende, bei dem ich doch tatsächlich ein Tränchen hab verdrücken müssen.
 


Fazit

„Liliennächte“ von Kim Leopold ist ein zuckersüßer Liebesroman, der das Herz berührt und die Seele lächeln lässt. How to be Happy?, fragt sich Lilian und ich fragte mich das auch. Und dann zeigte mir die Autorin tausendundzwei Dinge, wie das Glücklich sein möglich ist, denn Glück kommt immer von einem selbst. Von innen. Es ist eine Entscheidung. Man muss sich auch über die kleinen Dinge freuen können, um das große Glück empfangen zu können.


* * *


http://www.amrun-verlag.de/produkt/how-to-be-happy-liliennaechte/


Klappentext

Nach dem Tod ihrer Mutter sieht sich die 19-jährige Lilian gezwungen, von Deutschland zu ihrem fremden Vater nach New York zu ziehen.
In einer WG mit Jamie, dem Nerd mit Schokoladenaugen, und Ash, dem verletzlichen Draufgänger, merkt sie allerdings, dass sie genau das braucht: Ein neues Leben. Zwischen Sonnenaufgängen und Tänzen bei Kerzenschein findet sie ihre Freude wieder - und die große Liebe.
Jedoch ändert sich alles, als sie feststellt, dass nicht nur ihre Mitbewohner, sondern auch ihr Vater ein großes Geheimnis hüten.


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Weitere Bände:


http://www.amrun-verlag.de/produkt/how-to-be-happy-aschebluete/   http://www.amrun-verlag.de/produkt/how-to-be-happy-vergissmeinnicht/

    
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Weitere Rezensionen: 











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Kommentare:

  1. Hallo Tilly,
    das Cover sieht ja schon so traumhaft schön aus. <3 Als ich gerade gesehen habe, dass das Buch von Kim Leopold ist, habe ich mich daran erinnert, dass ich auch schon ein Buch der Autorin gelesen habe. Ich musste gerade mal googeln. Es war Love, Kiss, Cliff. Das Buch habe ich sehr gerne gelesen. Allerdings erkenne ich gerade leichte Parallelen. Kann es sein, dass Liliennächte und Love, Kiss, Cliff zusammenhängen?

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

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    1. Hey Tanja!

      Ich liebe dieses Cover und auch die anderen von der Reihe sind genauso wunderschön! <3
      Ich glaube, dass es sogar die gleichen Bücher sind, denn der Amrûn Verlag hat ihre Reihe neu verlegt. Soweit ich mich erinnere, hat Kim die Geschichten überarbeitet und dann mit neuem Cover im Verlag veröffentlicht. (Aber ich kann mich auch irren^^.)

      Liebe Grüße
      Tilly

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